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Website auf Barrierefreiheit testen:
In fünf Schritten.

Ob Ihre Website barrierefrei ist, lässt sich in einer Stunde grob einschätzen – mit kostenlosen Tools, der Tastatur und einem Screenreader. Hier steht, welche Seiten Sie zuerst prüfen, wie Sie vorgehen und wo automatische Tests an ihre Grenzen kommen.

Aktualisiert am · 3 Min. Lesezeit · von Beyond AIgency®

Erfolgskriterien der WCAG 2.1 auf Stufe A und AA
50
Erfolgskriterien der WCAG 2.1 auf Stufe A und AA
Mindestkontrast für normalen Text
4,5 : 1
Mindestkontrast für normalen Text
Text muss sich ohne Verlust vergrößern lassen
200 %
Text muss sich ohne Verlust vergrößern lassen

Welche Seiten Sie zuerst prüfen

Sie müssen nicht jede Seite einzeln testen. Shops und Websites bestehen aus wenigen Vorlagen – ein Fehler in der Produktseiten-Vorlage steckt in jedem Produkt. Prüfen Sie je eine Seite pro Vorlage:

  • ✓Startseite
  • ✓Kategorie- oder Übersichtsseite
  • ✓Produkt- oder Detailseite
  • ✓Warenkorb und Checkout bis zur Bestellübersicht
  • ✓Kontaktformular, Login und Registrierung
  • ✓Cookie-Banner und Pop-ups

Schritt 1: Automatisch testen

Drei kostenlose Werkzeuge reichen für den Anfang: Lighthouse ist in Chrome eingebaut (Entwicklertools, Reiter „Lighthouse“), WAVE von WebAIM und axe DevTools von Deque gibt es als Browser-Erweiterung.

Sie finden zuverlässig fehlende Alternativtexte, zu schwache Kontraste, Formularfelder ohne Label, leere Links und eine fehlende Sprachangabe. Was sie nicht beurteilen können: ob ein Alternativtext sinnvoll ist, ob die Reihenfolge logisch ist und ob sich der Checkout per Tastatur bedienen lässt.

Ein grüner Lighthouse-Wert heißt nicht „barrierefrei“. Er heißt nur, dass die automatisch prüfbaren Punkte stimmen.

Schritt 2: Nur mit der Tastatur

Legen Sie die Maus weg und gehen Sie mit Tab, Umschalt+Tab, Enter und den Pfeiltasten durch die Seite. Prüfen Sie dabei:

  • ✓Ist immer sichtbar, wo der Fokus gerade steht? (WCAG 2.4.7)
  • ✓Erreichen Sie Menü, Filter, Variantenauswahl und Mengenfeld? (2.1.1)
  • ✓Kommen Sie aus jedem Element wieder heraus – auch aus Cookie-Banner und Pop-ups? (2.1.2)
  • ✓Ist die Reihenfolge logisch, oder springt der Fokus quer über die Seite? (2.4.3)
  • ✓Lässt sich der Checkout bis zur Bestellung abschließen?

Schritt 3: Mit dem Screenreader

Unter Windows ist NVDA kostenlos, auf Mac und iPhone ist VoiceOver eingebaut (am Mac mit Cmd+F5). Lassen Sie sich die Seite vorlesen und achten Sie darauf:

  • ✓Hat die Seite einen eindeutigen Titel? (2.4.2)
  • ✓Bilden die Überschriften eine sinnvolle Gliederung? (1.3.1)
  • ✓Werden Produktbilder beschrieben – oder nur Dateinamen vorgelesen? (1.1.1)
  • ✓Haben Buttons einen Namen, auch Icon-Buttons wie Warenkorb oder Suche? (4.1.2)
  • ✓Werden Fehlermeldungen in Formularen vorgelesen? (3.3.1)

Schritt 4: Vergrößern und Kontraste

Zoomen Sie im Browser auf 200 %: Text muss lesbar bleiben, nichts darf abgeschnitten werden (1.4.4). Bei einer Breite von 320 Pixeln darf nichts quer gescrollt werden müssen (1.4.10) – das entspricht 400 % Zoom bei einem 1.280 Pixel breiten Fenster.

Für Kontraste gilt: normaler Text mindestens 4,5 : 1, großer Text 3 : 1 (1.4.3). Buttons, Eingabefelder und Icons brauchen 3 : 1 gegenüber dem Hintergrund (1.4.11). Messen lässt sich das mit dem kostenlosen Colour Contrast Analyser von TPGi.

Schritt 5: Festhalten und priorisieren

Schreiben Sie jeden Fund mit Seite und Kriterium auf. Beheben Sie zuerst, was einen Kauf oder eine Anfrage verhindert:

FehlerFolgePriorität
Checkout per Tastatur nicht bedienbarKauf unmöglichSofort
Formularfelder ohne LabelUnklar, was einzugeben istHoch
Produktbilder ohne AlternativtextProdukt nicht erkennbarHoch
Zu schwacher KontrastSchwer lesbarMittel
Überschriften ohne StrukturOrientierung fehltMittel

Welche Punkte zu einer barrierefreien Seite gehören, fasst unsere Checkliste zusammen. Ob das Gesetz für Sie gilt, steht im Ratgeber BFSG-Pflichten. Lieber prüfen lassen? Der Barrierefreiheits-Check ist kostenlos.

Häufige Fragen

Kurz beantwortet.

Reicht ein automatischer Test?+

Nein. Tools finden fehlende Alternativtexte, schwache Kontraste und fehlende Labels zuverlässig. Ob ein Alternativtext sinnvoll ist oder der Checkout per Tastatur funktioniert, zeigt nur ein Test, der die Seite wirklich bedient.

Welcher Screenreader eignet sich zum Testen?+

Unter Windows NVDA, kostenlos. Auf Mac und iPhone ist VoiceOver bereits eingebaut.

Gibt es ein vorgeschriebenes Prüfverfahren?+

Nein. Das BFSG schreibt kein bestimmtes Verfahren vor. Maßstab ist die Norm EN 301 549, die für Web-Inhalte auf die WCAG 2.1 in Stufe AA verweist.

Wie oft sollte ich testen?+

Nach jedem größeren Update, neuem Theme oder neuen Plugins – und stichprobenartig bei neuen Inhalten. Das Gesetz verlangt, dass die Anforderungen dauerhaft erfüllt sind.

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Kostenloser Barrierefreiheits-Check – starten Sie jetzt.

Wir prüfen drei Ihrer wichtigsten Seiten – etwa Startseite, Produktseite und Checkout – nach WCAG 2.1 AA und zeigen Ihnen die größten Barrieren.